Lexikon der Filmbegriffe

Replikanten im Film

Replikation bezeichnet einen biochemischen Vorgang, in dem Zellen beim Klonieren redupliziert werden. Ridley Scott bevorzugte den Terminus, weil das alternative „Android“ mit zu vielen Assoziationen belegt war – und nannte die künstlichen Menschen in seinem Film Blade Runner (1982) Replikanten. Sie werden in der Welt des Films mit einer Lebenszeit von vier Jahren hergestellt und außerhalb der Erde als Sklavenarbeiter bei der gefährlichen Erkundung und Kolonialisierung anderer Planeten eingesetzt. Sie sind äußerst menschenähnlich und haben ein künstliches Gedächtnis. Ihnen wird allerdings in der Gesellschaft des Films die Subjektfähigkeit abgesprochen. Genau die damit verbundenen Fragen – kommt Replikanten Subjektstatus zu, können sie moralisch handeln, können sie lieben, sind sie emotional affizierbar, kommen ihnen politische Rechte zu? – sind fast allen künstlichen Menschen gestellt worden, die im Film aufgetreten sind (Golem- und Homunculi-Figuren, belebte und lebende Statuen, chirurgisch-elektrische Animationen wie Frankenstein, Automatenmenschen, Androiden und Roboter, Cyborgs, Klone und Genmanipulierte). An Replikanten lassen sich die Menschlichkeitskriterien durchspielen.

Referenzen:

Klone / Klonieren

künstliche Menschenwesen


Artikel zuletzt geändert am 07.02.2012


Verfasser: HJW


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