Lexikon der Filmbegriffe

Subtext

Beschreibungskategorie für Architekturen dialogischer und argumentativer Strukturen. Der Terminus wurde als ein technischer Begriff für die Dramenregie im Theater entwickelt, ist jedoch auch auf Literatur, filmische Erzählstrategien und Narration überhaupt anwendbar.
(1) Drehbuchhandbücher und andere Dramatisierungsmanuale pflegen dem Benutzer zu erklären, der Subtext sei das, was bei der Dialogkonstruktion auf der expliziten Ebene absichtlich weggelassen werde und dann von den Schauspielern zusätzlich durch ihr Spiel zu leisten sowie von den Zuschauern zu ergänzen sei, wodurch man dann eine gewisse persönlich-aktive Färbung dramatischer Situationen und Konstellationen oder eine ‚konnotative Färbung‘ des Gesagten erhalte und so das Interesse des Publikums gesteigert werden könne.
(2) Manchmal werden auch verdeckte oder unbewusste Motive der Figuren als Subtext verstanden, so dass für die Darstellung ein vor allem im Dialogtext unerkennbarer assoziativ-affektiver Hof von Motiven reflektiert und nonverbal ausgedrückt werden muss, der oft auch in die ideologische Verfasstheit der diegetischen Realität verweist.

Literatur: Dick, Bernard F.: Anatomy of film. Boston: St. Martin's Press 1978, S. 82-112. 4th ed. 2002. – TePaske, Derrick A.: "Sensational banalities": pain as text and subtext in a media show. Diss.: Cincinnati, Ohio: The Union Institute 1994. [Mikrofiche, Ann Arbor, Mich.: UMI]. – Weston, Judith: Schauspielerführung in Film und Fernsehen. Frankfurt a. M.: Zweitausendeins 1998
 

Referenzen:

Subtext: Texttheorie


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


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