Lexikon der Filmbegriffe

Nitrozellulose

engl.: nitrocellulose, pyroxylin(e)

Durch Einwirkung von Salpetersäure auf Zellulose entsteht ein Zellulosenitrat. Als Ausgangsmaterial wurde früher meist Rohbaumwolle oder gereinigter Holzzellstoff mittels einer Mischsäure (Schwefel-, Salpetersäure) nitriert. Es entstehen Dinitrozellulose (=Zellulose-Dinitrat, Kollodiumwolle) und Trinitrozellulose (=Zellulose-Trinitrat, Schießbaumwolle). Zur Herstellung des Schichtträgers wird Zellulose-Dinitrat verwendet, das in einem Gemisch von Äther und Alkohol aufgelöst und mit Kampfer versetzt wird. Aus dieser Mischung (die Zelluloid genannt wird) können biegsame, durchsichtige Folien gewonnen werden, auf die wiederum die lichtempfindliche Emulsion des Films aufgebracht werden kann. Die Eigenschaften von Nitrozellulose entsprechen exakt den Anforderungen an Filmmaterialien – es ist maßhaltig, elastisch, knitterfrei und zugfest; allerdings machen die leichte Brennbarkeit und Explosionsgefahr (die Entzündungstemperatur liegt bei nur 140°C) seine Anwendung sehr problematisch – die zahlreichen Film- und dadurch verursachten Kinobrände der Frühzeit belegen, wie brandgefährlich die frühe Kinoprojektion war. Darum löste Azetylzellulose (Sicherheitsfilm) das Zelluloid nach und nach ab.

Referenzen:

Azetylzellulose

Nitrofilm

Schichtträger

Zelluloid


Artikel zuletzt geändert am 06.02.2012


Verfasser: JH


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