Lexikon der Filmbegriffe

bittersweet comedy

Bittersweet ist ein englisches Adjektiv mit der Bedeutung „zugleich bitter und süß, süß mit einem bitteren Nachgeschmack: bittersüß, zartbitter“. Es wird hier im übertragenen Sinne gebraucht und dient zur direkten Kennzeichnung dramatischer und filmischer Texte, insbesondere für das am Ende mancher Filme eintretende „gemischte Gefühl“ aus Rezeptionsvergnügen und Traurigkeit, Mitleid oder auch Schmerz über eben dieses Ende. Stimmungslagen dieser Art sind Resultanten aus miterlebten Verletzungen, Enttäuschungen, seelischen Narben, Abgesängen auf hochfahrende Pläne oder auch defekte oder durch Tod des Partners beendete Beziehungen der Protagonisten. Bittersweet comedies haben nur selten ein happy ending, sondern erzählen mehrheitlich ihr Gegenteil, sad endings – und zudem sind sie am Ende häufig mit dem Akzeptieren einer schweren Entscheidung oder eines Verlustes verbunden.
Klassiker des Subgenres sind etwa die Politsatire A King in New York (1957, Charles Chaplin); The Apartment (1960, Billy Wilder), eine Satire auf Geschäftsmoral und Aufstiegswillen; Les Parapluies de Strasbourg (1964, Jacques Demy), in dem alle Sprechrollen gesungen werden; die bittersüße Tragikomödie Ostre sledovane vlaky / Liebe nach Fahrplan (1966, Jiri Menzel); Manhattan (1979, Woody Allen); genannt werden können auch neuere Produktionen wie Lost in Translation (2003, Sofia Coppola) oder Good Bye Lenin (2003, Wolfgang Becker).

Referenzen:

Komödie

Sad ending

Happy ending

Tragikomödie


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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