Lexikon der Filmbegriffe

Stiftung Deutsche Kinemathek (SDK)

Die Stiftung Deutsche Kinemathek e.V. (SDK) wurde am 1.2.1963 durch den Ankauf der Gerhard-Lamprecht- und der Albert-Fidelius-Sammlung mit einem Festakt in der Berliner Akademie der Künste eröffnet. Gründungsleiter war der ehemalige Filmregisseur Lamprecht. Im Jahre 1971 wurde die Institution in eine Stiftung umgewandelt, wobei Heinz Rathsack, gleichzeitg Leiter der DFFB, den Vorstand übernahm.
Jahrzehntelang am Theodor-Heuss-Platz in Berlin in Räumlichkeiten ansässig, die sie mit der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin (DFFB) teilte, sammelte die Stiftung alles, was mit der Geschichte des Films, des Kinos und zum Teil auch des Fernsehens verbunden war: Filmkopien ebenso wie filmhistorische Materialien, Filmprogramme, Plakate, Architektur- und Kostümskizzen, Fotos, Drehbücher, Nachlässe und andere Dokumente. Zu den zwei wichtigsten Archiven der SDK gehören heute die Marlene-Dietrich-Sammlung und das Paul-Kohner-Archiv, die zusammen ein Zentrum der Exilfilmforschung bilden. Seit 1977 betreut das Filmmuseum Berlin konzeptionell und organisatorisch die Retrospektiven der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Zu den Film-Retrospektiven erscheinen regelmäßig Publikationen, die zu Standardwerken der Filmgeschichtsschreibung geworden sind. Auch regelmäßige Wanderausstellungen, zuletzt zu F.W. Murnau (2003), gehören zum Programm.
Nach dem Tode Rathsacks im Jahre 1989 wurde Hans-Helmut Prinzler zum Leiter berufen. Im Jahre 2000 zog die SDK in neue Räume im Sony-Filmhaus am Potsdamer Platz, wo das neue Filmmuseum Berlin einen Teil der Sammlungen seitdem in einer Dauerausstellung präsentiert. Das Filmhaus teilt sich die SDK mit den Freunden der Deutschen Kinemathek und mit der Deutschen Mediothek. War die Finanzierung des Hauses über Jahrzehnte hindurch von Projektgeldern des Landes Berlin sowie privaten Trägern abhängig, so wird seit Anfang des Jahres 2004 die SDK von der Bundesregierung institutionell gefördert.


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: JCH


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