Lexikon der Filmbegriffe

Vitaphone

Am 20.4.1926 gründeten die Warner Brothers in Zusammenarbeit mit der Elektrofima Western Electric die Vitaphone Company, um Tonfilme auf den Markt zu vertreiben. Im Vitaphone-Verfahren nahm man den Ton direkt auf eine Schallplatte auf; die Aufnahmen wurden mit 33,3 UpM auf 16-Zoll-Platten aufgenommen; die Platte (bzw. eine Reproduktion) wurde auf einem Schallplattenspieler, der vorne am Vorführapparat montiert war, abgespielt – das Bild musste vom Operateur mit dem Ton synchronisiert werden, wobei eine Platte genau der Vorführdauer einer Filmrolle entsprach. Der erste Spielfilm im Vitaphone-System war Don Juan mit John Barrymore, der am 6.8.1926 vorgestellt wurde. In der Folgezeit entstanden Hunderte von Kurzfilmen, zunächst in den alten Vitagraph-Studios in Brooklyn, dann in neuen Hallen in der Nähe des Manhattan Opera House. Vor allem handelte es sich dabei um Variéténummern, aber auch um Musikaufnahmen, Reden und ähnliches. Der Durchbruch kam mit der Premiere des Films The Jazz Singer im Oktober 1927. Das erste all-talking feature war Lights of New York, der am 6.12.1928 Premiere hatte.
Das Vitaphone-Verfahren wurde aber schon bald von Warner Brothers aufgegeben, da sowohl Fox als auch andere Konkurrenten ein optisches Tonfilmverfahren entwickelt hatten, bei der keine Gefahr bestand, die Synchronisation von Bild und Ton während der Vorführung zu verlieren. Ab März 1930 ging Warner Brothers dazu über, den Ton auf Film direkt optisch aufzunehmen, obwohl der Firmenname Vitaphone weiterhin beibehalten wurde.

Literatur: Gilcher, W.: La chute du Vitaphone. In: Cahiers de la Cinémathèque, 13-15, 1974, S. 4-13. – Liebman, Roy: Vitaphone films. A catalogue of the features and shorts. Jefferson, NC [...]: McFarland 2003. – Wolfe, Charles: Vitaphone shorts and The Jazz Singer. In: Wide Angle 12,3, 1990, S. 58-78.
 

Referenzen:

Firnatone

Vitaphone-Klone


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: JCH JH


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