Lexikon der Filmbegriffe

Zombiefilm

selten auch: Untotenfilm

Der Begriff „Zombi(e)“ geht auf den in Haiti praktizierten Voodoo-Kult zurück, der sich als Amalgamierung zwischen Katholizismus und afrikanischen Religionen im 16. Jahrhundert gebildet hatte und auch heute noch praktiziert wird. Der Zombie ist hier ein lebender Leichnam, der vom Voodoo-Priester aus dem Grab geholt wird und – unter magischem Zauber – für diesen Sklavendienste und Verbrechen verrichten muss, bis der Fluch von ihm genommen ist.
Der frühe Zombiefilm hielt sich eng an dieses Motiv. In Victor Halperins White Zombie (USA 1932) und Jacques Tourneurs I walked with a Zombie (USA 1943) ist es das somnabule Element, das die Opfer zu willenlos umherwankenden Köpern macht. Mit dem Film Night of the Living Dead (USA 1968), basierend auf Motiven von Richard Mathesons Roman I am Legend (1957) wandelt sich das Motiv: Regisseur George A. Romero zeichnet die Untoten nun – außerhalb Haitis – als menschenfressende Monster, die jeden, den sie töten, ebenfalls in einen Zombie verwandeln.
Dieses Untoten-Motiv wird ab den 1970er Jahren zu einem ökonomisch lukrativen Subgenre, das zunächst v.a. vom spanischen (Amando de Ossorios „Reitende Leichen“-Filme) und italienischen (zahlreiche Zombie-Filme von Lucio Fulci, Aristide Massaccesi [d.i. Joe d‘Amato] u.a.) Horrorfilm bedient wurde und ab Mitte der 1980er Jahre auch in den USA reüssierte. Seinen Höhepunkt hatte der moderne Zombiefilm mit dem Erscheinen der Romero-Sequels Dawn of the Dead (1979) und Day of the Dead (1985). Heute findet sich das Motiv in oft selbstreflexiver Form in Filmen und Remakes wie 28 Days later (Großbritannien 2002), Resident Evil (USA 2002) oder Dawn of the Dead (USA 2003).

Literatur: Black, Andy: The Dead walk. Hereford: Noir Publ. 2000. – Dendle, Peter: The Zombie Movie Encyclopedia. Jefferson, NC: McFarland 2001. – Keßler, Christian: Das wilde Auge. Ein Streifzug durch den italienischen Horrorfilm. Meitingen: Corian 1997. – Hofmann, Frank: Moderne Horrorfilme. 2. Aufl. Rüsselsheim: Hofmann 1994.

Referenzen:

ghoulie

zomedy


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: SH


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