Lexikon der Filmbegriffe

authentischer Fall

Spielfilm, der sich auf eine historisch verbürgte Begebenheit stützt, ohne ihr unbedingt im Detail zu folgen oder die daran beteiligten Personen und Orte namentlich zu identifizieren – man denke an die Ermordung der Frankfurter Prostituierten Rosemarie Nitribitt (Das Mädchen Rosemarie, Rolf Thiele, BRD 1958), den Prozess des Hannoveraner Serienmörders Fritz Haarmann (Der Totmacher, Romuald Karmakar, BRD 1995), den Profumo-Skandal in England (Scandal, Michael Scaton-Jones, Großbritannien 1988) u.ä.. Oft nutzen die Filme den authentischen Fall als beispielhaften Anlass, um eine herbe Kritik am Gesellschaftssystem zu formulieren oder auch basale Formen von Auflehnung gegen das System zu benennen – Nackt unter Wölfen (Frank Beyer, DDR 1962) erzählt von KZ-Häftlingen, die ein Kleinkind vor den Nazi-Wachen verstecken, und Night Crossing (Delbert Mann, USA 1982) rekonstruiert eine abenteuerliche Flucht mit einem Ballon von der DDR in die BRD.


Im weiteren Sinn gründen auch Biopic, Docu-Drama und historische Rekonstruktion auf authentischen Fällen. Doch während das Biopic ein berühmtes Leben (oder besser den berühmten Teil eines Lebens) nachzeichnet (und weniger eine Begebenheit rekonstruiert), konzentriert sich das Docu-Drama darauf, bekannte zeitgenössische Persönlichkeiten und Ereignisse teilfiktional zum Leben zu erwecken. Die historische Rekonstruktion wiederum konzentriert sich weniger auf (zeitlich und geografisch meist eng begrenzte) Fälle, sondern mehr auf Großereignisse wie die Französische Revolution oder die Invasion der Alliierten im zweiten Weltkrieg.
 

Referenzen:

Authentizität

historische Rekonstruktion

true story


Artikel zuletzt geändert am 25.06.2012


Verfasser: PB


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