Lexikon der Filmbegriffe

body snatcher

auch: ghoul, grave robber

(1) Der body snatcher im ursprünglichen Sinne ist eine Person, die Leichen aus Gräbern (und manchmal auch aus Leichenhallen) raubt und sie für anatomische Studien an Mediziner verkauft. Daraus entstand eine der Lieblingsfiguren des Horrorfilms, literarisch als Gestalt vorgeprägt im Roman Frankenstein oder Der neue Prometheus von Mary Shelley (1809): der nächtliche Leichenräuber (oft selbst ein Mad Scientist), der Gräber öffnet, um Material für die Herstellung eines künstlichen Menschenwesens zu besorgen. James Whales Frankenstein (USA 1931) gab eine definitive filmische Darstellung des Motivs, das seitdem viele Male variiert worden ist. Schon früh wurde aus dem Leichenräuber ein Mörder, der im extremsten Fall als tragische Figur Menschen umbringt, um andere Menschen zu retten. Georges Franjus Les Yeux sans Visages (1960) erzählt z.B. die Geschichte eines Professors, der immer wieder neue Leichen junger Frauen benötigt, um das Gesicht seiner Tochter zu erneuern.
(2) In der Variation des Science Fiction-Genres werden menschliche Körper nicht mehr wie in der Frankenstein-Urform des Motivs aus totem Gewebe und Organen zusammengestückelt, sondern zu Wesen einer anderen Wesensart transformiert. Die beiden wohl berühmtesten Filme dieser Art sind Invasion of the Body Snatchers (USA 1956, Don Siegel; Remake 1978, Philip Kaufman) und The Stepford Wives (Großbritannien 1975, Bryan Forbes; Remake 2004, Frank Oz): Ersterer erzählt vom Angriff einer außerirdischen Pflanzenart, die Menschen in Pflanzenwesen umwandelt; letzterer berichtet von einem englischen Dorf, in dem die Frauen durch Roboter ersetzt werden.

Referenzen:

Leichenräuber


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: UK JH


Zurück