Lexikon der Filmbegriffe

Debutfilm

auch: Debütfilm; auch: Erstlingsfilm; von frz.: début: Start, Anstoß, Anfang

Als Debut gilt der erste lange Film (long métrage) einer Filmemacherin oder eines Filmemachers, der in professionellen Produktionszusammenhängen, also z.B. nach einer Filmausbildung, realisiert und (in der Regel) in öffentlichen Kinos gezeigt wird. Dabei kann es sich sowohl um fiktionale als auch um dokumentarische Filme handeln. Der Debutfilm ist der erste frei finanzierte Film; insbesondere die Filmhochschulen haben Etats, mittels derer die Abschlußfilme budgetiert werden – auch diese Filme werden heute als Debutfilme bezeichnet, hießen bis in die 1960er Jahre aber noch „Schulfilme“ und galten als reine Fingerübungen. Auch außerhalb dieser Kondition produzierte Filme werden sehr genau registriert, gelten sie doch als Talentproben und manchmal auch als Erstarbeiten zu Beginn großer Karrieren. Beispiele sind Das blaue Licht (Deutschland 1932, Leni Riefenstahl), Citizen Kane (USA 1941, Orson Welles), Cerný Petr (CSSR 1964, Milos Forman), The Duelists (Großbritannien 1977, Ridley Scott) oder auch American Beauty (USA 1999, Sam Mendes). Es mag mit der Unerfahrenheit der Filmemacher ebenso zu tun haben wie mit einem ungebrochenen und durch Routinen noch unbeeinflussten Stilwillen der Autoren, aber auch mit den meist geringen Budgets, die zudem privat oder von Filmschulen aufgebracht und als Risikokapital-Einsatz angesehen werden, dass Debutfilme eine stilistische Frische und Klarheit haben, die sie manchmal sogar an den Beginn historischer Stilrichtungen setzt (man denke an Godards A Bout de Souffle, 1959, und Truffauts Les 400 Coups, 1959, die die französische Neue Welle einleiteten, oder Schlöndorffs Der junge Törless, 1966, und Fassbinders Liebe ist kälter als der Tod, 1967, die dem Jungen Deutschen Film vorangingen). 
 

Referenzen:

Star-Debut

Schulfilm


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: PB JH


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