Lexikon der Filmbegriffe

Bambi

Der älteste deutsche Medienpreis „Bambi“ trägt seinen Namen nach Walt Disneys legendärer Filmfigur (die Anekdote, nach der Marika Rökks Tochter ihm den Namen gab, ist wohl irreführend). Er wurde vom Burda-Verlag 1948 ins Leben gerufen und wird jährlich an Medienmacher und -prominente vergeben, die das Kinopublikum durch ihre Leistung „bewegt, beeindruckt und begeistert“ haben. Der Jury wird durch die Chefredakteure des Medienkonzerns besetzt. Die nach ihrem großen amerikanischen Vorbild auch „Deutschlands Medien-Oscar“ genannte Auszeichnung erhielten so unterschiedliche Preisträger wie Boris Jelzin und Verona Feldbusch. Die ersten Preisträger waren Jean Marais und Marika Rökk. Rekordhalter unter den bis heute rund 600 Geehrten ist Heinz Rühmann mit zwölf Bambis, Peter Alexander bringt es auf zehn Statuetten. Lange war der „Bambi“ die einzige deutsche Auszeichnung, mit der populäre Leistungen geehrt wurden, die beim breiten Publikum Zustimmung, Beifall und Anklang ausgelöst hatten. Der Bambi war von Beginn an ein Symbol für Publikumsgunst. 1965 startete der Springer-Verlag dann aber mit seiner Konkurrenzveranstaltung „Goldene Kamera“. Das Bambi wurde daraufhin vom reinen Filmpreis zum Film- und Fernsehpreis, in den 1980er Jahren zum Medienpreis umdeklariert und kann heute im gesamten Bereich der Kommunikation, in allen Bereichen des Entertainments sowie sogar in Wirtschaft oder Politik verliehen werden. Der Preis wird heute in 18 verschiedenen Kategorien vergeben. Es hat nur wenige Skandale um den Bambi gegeben. 1988 gaben Ute Lemper, Klausjürgen Wussow und Thomas Gottschalk ihre Preise aus Verärgerung über die Berichterstattung in Burda-Blättern zurück, im Jahr darauf die Eiskunstläuferin Katarina Witt. Gottschalk nahm 2001 die drei Bambis wieder in Empfang, die er zurückgegeben hatte – und bekam eine vierte Auszeichnung dazu.


Artikel zuletzt geändert am 26.07.2011


Verfasser: JH


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