Lexikon der Filmbegriffe

Endzeitvision

Motiv im fiktionalen Film. Anders als die Dystopien, die den Niedergang menschlicher Zivilisation skizzieren, gehen Endzeitvisionen einen Schritt weiter und entwerfen drastische, apokalyptische oder groteske Weltuntergangsszenarien. Das geschieht meist in den Genres Science Fiction, Horror- oder Katastrophenfilm, gelegentlich aber auch unter Rückgriff auf komplexere Erzählformen wie Parabel, Allegorie oder Groteske (Weekend, 1967, Jean-Luc Godard). Vor allem im Hollywood der 1950er Jahre setzt eine Welle von Filmen ein, in denen ein Monster (als Symbol für den Kommunismus) den Weltuntergang (fast) herbeiführt. In den frühen 1970er Jahren dagegen (als die USA den Vietnamkrieg bereits verloren hatten) tritt das Motiv in Verbindung mit Katastrophen auf. Biblische oder pseudobiblische Untertöne fehlen jedoch in beiden Strömungen fast nie: Mit der Anknüpfung an die Geschichte von Sodom und Gomorrha wird im „reinigenden Bad“ des Weltuntergangs die Geburt einer neuen, „geläuterten“ Weltgemeinschaft beschworen oder, je nach Tonlage, gefeiert (Si le soleil ne revenait pas, 1987, Claude Goretta). 
 

Referenzen:

Apokalypsenfilme

Dystopie


Artikel zuletzt geändert am 19.01.2012


Verfasser: PB


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