Lexikon der Filmbegriffe

Goldene Kamera

Im November 1965 stellte die Redaktion der „Hörzu“, der größten Programmzeitschrift der BRD, die Idee vor, herausragende Fernsehleistungen eines jeden Jahres mit der „Goldenen Kamera“ auszuzeichnen. Die erste Gala fand am 25.1.1966 im kleinen Kreis – es waren ca. 100 Gäste aus Film- und Fernsehen anwesend – im Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg statt. Die späteren Galen wurden zum größten Teil in der Eingangshalle des Berliner Springer-Hauses durchgeführt. Seit 1972 überträgt das ZDF die Preisübergabe. Zwischen 1975 und 1980 fand die Preisvergabe zu Gunsten der Aktion „Kinderhilfe der Deutschen Krebshilfe e.V.“ im Rahmen von Großveranstaltungen, z.B. in der Deutschland-Halle in Berlin oder der Dortmunder Westfalenhalle, statt. Seit 1994 finden sie als große Medienereignisse im Konzerthaus am Gendarmenmarkt (Berlin) statt.
Die Preisstatue der „Goldenen Kamera“ schuf der Berliner Bildhauer Wolfram Beck nach dem Vorbild der Farnsworth-Kamera, der ersten elektronischen Kamera der Welt. Diese wurde erstmals 1936 bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin eingesetzt. Die kleine Statue besteht aus 18 Karat vergoldetem Sterling Silber, ist 25cm hoch und wiegt etwa 600g. Seit 1988 werden zusätzlich zur Goldenen Kamera junge Schauspielerinnen mit der „Lilli-Palmer-Gedächtnis-Kamera“ für herausragende schauspielerische Leistungen ausgezeichnet. Seit 2003 gibt es die „Curd-Jürgens-Gedächtnis-Kamera“ für den besten männlichen Nachwuchsstar. Beide sind mit 10.000 € dotiert. Seit 2002 führt die Hörzu eine „Hall of Fame“ (mit Thomas Gottschalk als erstem Mitglied); seit 2003 werden die Preisträger von einer „Goldene Kamera Academy“ gewählt; gleichzeitig wurde eine „Goldene Kamera Marketing Academy“ gegründet, die einen Sonderpreis für den besten Werbespot vergibt. Jährlich werden mehrere Goldene Kameras vergeben (schwankend zwischen 28 Preisen im Jahre 1999 und 3 im Jahr 1974).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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