Lexikon der Filmbegriffe

movie-brats

von engl. brat = ungezogenes Kind, Gör; manchmal auch: geeks = Slang-Ausdruck für Kumpel

Eine Bezeichnung für eine Gruppe junger Hollywood-Regisseure anfangs der 1970er Jahre, die zu den Begründern des New-Hollywood wurden: Robert Altman, Peter Bogdanovich, Michael Cimino, Francis Ford Coppola, George Lucas, Terrence Malick, Paul Mazursky, John Milius, Alan Pakula, Brian de Palma, Bob Rafelson, Paul Schrader, Martin Scorsese, Steven Spielberg. Die movie brats waren meist Absolventen von Filmhochschulen. Die ersten Filme dieser ganzen Generation von „Hollywood Mavericks“ entstanden außerhalb der Studios und zogen nicht nur die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, sondern konnten auch die Kritiker ansprechen – sie attestierten den Filmen einen großen künstlerischen Ausdruckswillen und ästhetische Perfektion und Eigenständigkeit; den movie-brats wurde der Rang von auteurs eingeräumt. Erst die großen Blockbuster ermöglichten den movie brats aber, die eigenen Interessen gegen die Filmindustrie durchzusetzen: Spielberg mit Jaws (1975), Coppola mit The Godfather (1972, 1974) und Lucas mit American Graffiti (1973). Aus einer Position ökonomischer Stärke waren sie nun in der Lage, die traditionellen Strukturen der Produktionsprozesse in Frage zu stellen und zu verändern. Sie suchten in der Folge nicht nur neue ästhetische Ausdrucksformen, sondern auch neue Technologien, um ihre formalen Ideen zu verwirklichen.

Literatur: Pye, Michael / Myles, Lynda: The Movie Brats: How the Film Generation Took Over Hollywood. New York: Holt, Rinehart and Winston 1979.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: TB HJW


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