Lexikon der Filmbegriffe

Gain-Faktor

auch: Leuchtdichtefaktor; von engl. gain = Vorteil, Verbesserung, Verstärkung

Abhängig von der gewählten Tuchsorte von Leinwänden wird das Licht verschieden stark reflektiert. Der Gain-Faktor misst das Reflektionsverhalten von Leinwänden. Je höher die Leuchtdichte einer Leinwand oder Lichtbildwand ist, desto stärker reflektiert sie das Licht. Mit steigendem Reflektionsmaß nimmt allerdings der Sichtwinkel der Leinwand ab, der Winkel, in dem das Licht zurückgeworfen wird, wird kleiner. Das bedeutet, dass diejenigen, die unmittelbar vor der Leinwand stehen, deutlich mehr sehen können als diejenigen, die seitlich vor der Leinwand platziert sind. Um nun die unterschiedlichen Leinwandbeschichtungen vergleichbar zu machen, wurde festgelegt, dass eine normale mattweiße, raue Oberfläche, die das auftreffende Licht in alle Richtungen gleichmäßig reflektiert, dem Gain-Faktor 1,0 zugeordnet wird. Alle anderen Leinwandoberflächen, die weniger Licht nach rechts und links reflektieren und somit ein helleres Bild zu den in der Mitte der Leinwand sitzenden Betrachtern zurückreflektieren, erhalten einen Faktor größer als 1,0. Eine Parabol-Leinwand (eine nach innen gewölbte Leinwand-Fläche) schafft bis zu 25 Gain. Der Nachteil bei hochreflektierenden Leinwänden ist allerdings der sogenannte „Hot Spot“ – die Bildmitte ist deutlich heller als der Bildrand.

Einige Gain-Maße im Einzelnen:

– 1,0 Gain: mattweiße Leinwand; diffuses Abstrahlverhalten, großer Sichtwinkel;
– 1,2 Gain: gut geeignet bei starker Lichtleistung des Projektors bzw. Raumabdunkelung und breiteren Sitzreihen; Sichtwinkel: 70°; diffuses Abstrahlverhalten;
– 2,0 Gain: gut geeignet bei engeren Sitzreihen; Sichtwinkel: 40°; Projektoren mit geringerer Lichtleistung;
– 2,8 Gain: gut geeignet für Tischpräsentationen; Sichtwinkel: 25-30°.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: JH


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