Lexikon der Filmbegriffe

split screen

dt. manchmal: Bildteilung

Schon während der Stummfilmzeit Mitte der 1910e Jahre wurde die Leinwand in verschiedene Sektoren aufgeteilt, um räumlich getrennte, aber gleichzeitig stattfindende Handlungen darzustellen. Eine der ersten Handlungen, für die das Split-Screen-Verfahren sich einbürgerte, war das Telefonat (zwei Personen im Gespräch am Telefon werden visualisiert, indem sie auf zwei Bildern zu sehen sind, die gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen sind; ein Beispiel ist Thomas Graals bästa Film, 1917, Maurice Stiller). Die Teilung der Leinwand in zwei oder mehr Einzelbilder wird erzielt, in dem ein Teil oder mehrere Teile des Filmbildes im Labor bei der Belichtung abgedeckt werden. Der Film wird dann zurückgespult, der belichtete Teil des Bildes wird nun abgedeckt, der unbelichtete im zweiten Durchgang durch die Kamera belichtet. Schon in den 1920er Jahre mieden Regisseure Split-Screen-Bilder, da sie den Zuschauer auf die Künstlichkeit des Filmbildes verwiesen und man im Zuge des klassischen Hollywood-Stils einen Realismus des Bildeindrucks anstrebte. Erst in den 1960er Jahren wurde Split Screen wieder häufiger eingesetzt (in Spielfilmen wie The Thomas Crown Affair, 1968, Norman Jewison, oder The Boston Strangler, 1968, Richard Fleischer, aber auch in Dokumentarfilmen wie Woodstock, 1970, Michael Wadleigh; seitdem hat vor allem Brian de Palma immer wieder mit Split-Screen-Effekten gespielt). Seit der Entwicklung des Internets gehören Split-Screen-Bilder zur gängigen Form der digitalen Kommunikation, so dass Nachrichtensendungen im Fernsehen (CNN, MSNBC) heute ohne Split-Screen-Bilder kaum auskommen.

Literatur: Wulff, Hans J.: Split Screen: Erste Überlegungen zur semantischen Analyse des filmischen Mehrfachbildes. In: Kodikas/Code 14,3-4, 1991, S. 281-290.

Referenzen:

Duo-Vision (2,35:1)

Mehrfachbild


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JCH


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