Lexikon der Filmbegriffe

Schnitt-in-der-Kamera

engl.: in-camera editing

Schnitt-in-der-Kamera
bedeutet, dass die Bilder eines Films schon während des Drehens in ihre spätere Reihenfolge geordnet werden. Drehfehler oder Schwarzfilmstellen sowie andere Hinweise auf den Produktionsprozess werden dem Endprodukt einverleibt, eine Nachbearbeitung oder Glättung findet in aller Regel nicht statt. Dadurch wird die Spontaneität des Filmens auch im fertigen Film erhalten und stellt zugleich den Film als Metafilm dar.
Vor allem Filmemacher, die Filmessays oder Filmtagebücher als künstlerische Form bevorzugen, tendieren dazu, Einstellungen schon in der Kamera zu schneiden. Neben zahlreichen anderen Avantgarde-Filmemachern benutzt auch Jonas Mekas das Verfahren (z.B. in Reminiscences of a Journey to Lithuania, 1971). Außerdem ist Schnitt-in-der-Kamera ein Verfahren der Amateurfilmerei sowie neuerdings auch der EB-Berichterstattung.

Referenzen:

Kameraschnitt

Strobe cut


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: JCH


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