Lexikon der Filmbegriffe

Western: Weibliche Westernhelden

Bereits im ursprünglichen Mythos-Inventar des Western finden sich Heldinnen wie Calamity Jane, die zu filmischen Protagonistinnen taugen. Dennoch ist das Genre als Ganzes dezidiert männlich, so dass weibliche Helden allenfalls als pikante Ausnahmen fungieren (wie etwa die Spielcasino-Besitzerin Vienna in Nicholas Rays Johnny Guitar, 1954, oder die titelgebende Lehrerin in Cat Ballou, 1965, Elliot Silverstein, aber auch an alkoholfeindliche Frauenrechtlerinnen in The Hallelujah Trail, 1964, John Sturges). Erst bei revidierender Geschichtsbetrachtung tritt die Teilhabe von Frauen auch an Abenteuern und Indianerkriegen in Erscheinung (wie in Westward the Women, 1951, William A. Wellman, der von 140 Frauen erzählt, die von Chicago nach Kalifornien ziehen, um dort ein neues Leben zu beginnen). Außerdem machen im Spätwestern die müde und alt gewordenen Westerner gelegentlich weiblichem Nachwuchs Platz (wie beispielsweise in dem postfeministischen Western Bad Girls, 1994, Jonathan Kaplan, über eine weibliche Vierergruppe von gun-women, oder in Sam Raimis The Quick and the Dead, 1995, in dem Sharon Stone eine einsame Rächerin spielt).

Referenzen:

Westrogen


Artikel zuletzt geändert am 18.07.2011


Verfasser: PB


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