Lexikon der Filmbegriffe

Anmutungskopie

„Anmutung“ bezeichnet in der traditionellen Psychologie ein diffuses Eindruckserlebnis, das von einem Wahrnehmungsobjekt ausgelöst wird und in eine starke emotionale Haltung oder emotional gefärbte Handlungen einmündet. Es geht dabei nicht um das Wiedererkennen des Objekts oder um die Identifizierung typischer Eigenschaften, sondern um die Induzierung emotionaler Reaktionen (die allerdings häufig mit generischen Qualitäten des Objekts zusammenhängt). Das kunstwissenschaftliche Konzept der „Anmutungskopie“ bezeichnet ein Werk, das mittels alter Materialien und in Anlehnung alter Techniken den Anschein erwecken soll, einer anderen Kunstepoche zu entstammen. Es handelt sich dabei um keine Kopie im eigentlichen Sinne, sondern um eine Kopie, die der künstlerischen Empfindung, der stilistischen Mittel vergangener Zeiten bzw. eines künstlerischen Umfeldes oder sogar eines spezifischen Künstlers selbst nachempfunden wurde. Im Film finden sich eine ganze Reihe von Formen der Anmutungskopie – von Werken, die ihre Geschichten „im Stile“ eines besonderen Regisseurs oder einer besonderen Epoche, eines Genrestils oder eines Erzählgestus vortragen. 
 

Referenzen:

Hommage

Pastiche


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: JH


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