Lexikon der Filmbegriffe

Dinosaurier im Film

Von den ersten Filmen an wurde versucht, mit den jeweils verfügbaren Tricktechniken Dinosaurier zum Leinwandleben zu erwecken – die Faszination der ausgestorbenen Riesenechsen war äußerst groß. Schon 1909 stellte der Zeichner Winsor McCay die Figur Gertie the Dinosaur vor. Später findet sich in Disneys Fantasia (1940) ein Tanz der Saurier zur Musik von Strawinsky, und noch in Bozettos Allegro non troppo (1977) stampfen Dinosaurier zur Musik des Ravelschen Boleros durch die Weltgeschichte. Im realistischen Film schaffte Willis O'Brien den Durchbruch zu geradezu naturalistisch animierten Saurier-Gestalten, als er in Filmen wie The Ghost of Slumber Mountain (1919), The Lost World (1925) und King Kong (1933) mittels Stop-Motion-Animation Dinosaurier als Akteure in die Handlung einbezog. In One Million B.C. (1940) wurden lebende Echsen per Rückprojektion vergrößert. The Beast from 20.000 Fathoms (1953) war eine der ersten Dinosaurier-Animationen Ray Harryhausens, der neue Qualitäten eines illusionistischen Umgangs mit künstlichen Tiergestalten in den Fantasy- und Monsterfilmbereich einbrachte und in den 1960er Jahren perfektionierte (One Million Years B.C., 1966; The Valley of Gwangi, 1969). Einen letzten Höhepunkt der ersten „Dino-Welle“ in den 1950er und 1960er Jahren erreichte die Monsterfilmwelle anfangs der 1960er Jahre (Stop-Motion-Technik in: Dinosaurus!, 1960); Darsteller im Saurierkostüm in: Gorgo, 1960; reale Echsen in Rückprojektion in: The Lost World, 1960). Ausläufer der Dinosaurier-Welle warteten mit perfektioniertem Trick auf (Planet of Dinosaurs, 1978; Caveman, 1981). Erst mit Jurassic Park (1993) und seinen computeranimierten Dinosauriern setzte die zweite Welle an Dinosaurier-Faszination ein. Daneben steht eine ganze Reihe von Dinosaurier-Serien im Fernsehen – die wohl bekannteste und beliebteste ist Jim Hensons Dinosaurs (1991-93) – sowie Dokumentationen, die durchaus wissenschaftliche Ansprüche zu erfüllen suchen (wie die BBC-Produktion Walking With Dinosaurs (1999). 

Literatur: Berry, Mark F.: The dinosaur filmography. Jefferson, NC [...]: McFarland 2002. – Blanco Lucas, Adolfo: Cinesaurios. Barcelona: Royal Books 1993. – Kempen, Thomas / Deist, Thomas: Das Dinosaurier-Filmbuch. Von „Gertie the Dinosaur“ bis „Jurassic Park“. München: Tilsner 1993. – Webber, Roy P.: The dinosaur films of Ray Harryhausen : features, early 16mm experiments and unrealized projects. Jefferson, N.C. [...] : McFarland 2004.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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