Lexikon der Filmbegriffe

Monodrama

auch: Einpersonenstück; von griech. ‚monos‘ = allein

Genrebegriff, der aus der Theaterwissenschaft stammt und eine dramatische Handlung meint, die von einer einzigen Person getragen wird. Dies ist auf der Bühne zum einen eine relativ künstliche Form, zum anderen Bravourleistung und Tour-de-force für SchauspielerIn und AutorIn gleichermaßen. Monodramen sind meist Einakter, weil die Situation sich dramaturgisch verhältnismäßig rasch erschöpft. Im Film wirken Monodramen noch artifizieller als auf der Bühne, weil die weitgehenden Beschränkungen, durch die sich das Monodrama auszeichnet, den Möglichkeiten des Mediums und dem filmischen Schauspielstil noch weniger entspricht. Filmische Monodramen sind daher insgesamt recht selten. Zu den Beispielen zählen Marco Ferreris Dillinger e morto (1968), dessen Rahmenhandlung einen einsamen Mann zeigt, der sich den Eingebungen seiner Phantasie ergibt, Robert Altmans Secret Honor (1984), das Richard Níxon in einem Raum nahezu in Realzeit zeigt, der über die Amtsenthebung meditiert, oder auch der Kurzfilm A Sense of History (1991) von Mike Leigh. Größere Verbreitung hat das Monodrama im Fernsehen, in dem auch einige der Theater-Monodramen adaptiert worden sind (wie Cocteaus berühmtes „La Voix humaine“, 1930; als Die geliebte Stimme verfilmt 1960; erneut verfilmt 1967, 1990).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: PB


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