Lexikon der Filmbegriffe

Prähistorie

Wie jede historische Epoche ein Motiv, das mit Vorsicht zu genießen ist. Vieles kommt im Spielfilm als Prähistorie daher, worüber Historiker allenfalls erheitert wären. Der Begriff meint weniger den entsprechenden historischen Zeitraum als in erster Linie das, was die einzelnen Filme als Prähistorie inszenieren. Dies ist abhängig von der Produktionszeit und hat in der Regel nur wenig mit dem zu tun, was die Geschichtswissenschaft darunter versteht (wie in der stummen Steinzeit-Groteske The Dinosaur and the Missing Link: A Prehistoric Tragedy, 1915, Willis H. O‘Brien). Der Phantasie sind nahezu keine Grenzen gesetzt, da wir über nur wenige prähistorische Quellen verfügen, die uns über die Angemessenheit filmischer Entwürfe aufklären könnten. Karel Zemans Cesta do praveku (1955) erzählt von einer phantastischen Reise von vier jungen Ausstellungsbesuchern, die von einer Dinosaurierausstellung in eine verborgene unterirdische Welt gelangen, in der die Tiere, die sie im Museum gesehen haben, noch leben. Im Zentrum derartiger Filme stehen heute urige Landschaften und längst ausgestorbene Tiere, die per (Computer-)Animation zum Leben erweckt werden und den frühen Menschen das Leben schwer machen. So erzählt Jean-Jacques Annauds La Guerre du feu (1980) von der abenteuerlichen Mission dreier Steinzeitmänner, die von ihrem Stamm geschickt werden, neues Feuer zu besorgen; sie durchwandern weite Urlandschaften, flüchten vor Säbelzahntigern, erleben Mammuts etc. In jüngster Zeit macht sich ein Trend zu aufwändig animierten Tier- und Dokumentarfilmen bemerkbar, bei denen sich didaktischer und unterhaltender Anspruch mischen (wie in der Pseudodokumentation Raising the Mammoth, 2000; Land of the Mammoth, 2001, Emmanuel Mairesse).

Referenzen:

Dinosaurier im Film


Artikel zuletzt geändert am 26.07.2011


Verfasser: PB JH


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