Lexikon der Filmbegriffe

Off Screen

Off screen sind solche Personen, Ereignisse oder Objekte, die nicht im Bild dargestellt werden. Auch gebräuchlich ist die Redeweise off-camera, die das on-off-Verhältnis von der Aufnahme und nicht von der Projektion her fasst. Das frz. hors champ („außerhalb des Gesichtsfeldes“) greift wiederum einen anderen Gesichtspunkt zur Modellierung des Phänomens. Alle diese Redeweisen sind in dem einen Punkt unpräzise, als sie das off-screen global fassen und die Einheit der Szene außer Acht lassen. Dabei wäre diese immer mit zu nennen: Denn off-screen können nur solche Objekte, Ereignisse, Akteure etc. sein, die gleichwohl zur Einheit der Szene gehören. Wenn also jemand ins Nebenzimmer gelaufen ist und von dort spricht, ohne visuell gezeigt zu werden, spricht man von einer off-voice. Ein voice-over-Erzähler dagegen, der zwar nicht im Bild ist, aber auch nicht zur Einheit der Szene zählt, ist in diesem engeren Verständnis nicht als off-screen zu beschreiben (sondern dann – man verzeihe das Wortspiel – als off-scene). Wenn z.B. eine Geräuschquelle, die off-scene vermutet wurde, sich als off-screen herausstellt, ist man überrascht – ein Indiz dafür, dass die Illusionierung der szenischen Einheit auch und gerade im Verständnis des off-screen im Vordergrund des Verstehens steht. Ein Beispiel ist eine Szene in Mel Brooks‘ High Anxiety, in der sich eine als nicht-diegetisch vermutete Filmmusik als source music herausstellt, wenn ein mit einem ganzen Orchester besetzter Bus in den Bildausschnitt hineinfährt. 
 

Referenzen:

Off / On

off-space

Off-Ton


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: HJW


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