Lexikon der Filmbegriffe

Autorisierter Text

Die Vorstellung des „autorisierten Textes“ stammt aus der Editionswissenschaft. Neben allen Drucken, die vom Verfasser eines Werkes gebilligt oder sogar ausdrücklich autorisiert worden sind, rechnet man dort auch alle Autographen – die vom Autor des Textes selbst angefertigten Niederschriften – sowie die in seinem Auftrag und unter seiner Aufsicht hergestellten Abschriften zu den autorisierten Varianten eines Textes. Im Film lassen sich autorisierte Fassungen eines Films im engeren Sinne nur im Bereich des Kunst- und Experimentalfilms festmachen. Filme, die unter den ökonomischen Bedingungen von Studiosystem, Abnahmen, Rentabilitätsüberlegungen usw. entstehen, sind immer Produkt von Kompromissen und Zugeständnissen. Auch die Fassungen, die als director‘s cut kursieren und die den Anspruch, sie seien ausschließlich in der künstlerischen Verantwortung des Regisseurs entstanden, sind wohl eher als Versuche zu verstehen, den Film einer (cineastisch motivierten) Zweitauswertung zu unterziehen denn als tatsächliche Autorisierungen, wie man sie in der literarischen Subkultur kennt.

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