Lexikon der Filmbegriffe

First-Look-Vereinbarung

engl.: first-look deal; auch: (right of) first refusal; first refusal right; tentative booking

Spezielle Form des Vorkaufrechts in der Filmwirtschaft. Bei einer First-Look-Vereinbarung verpflichtet sich ein Produzent, alle produktionsreifen Filmprojekte zunächst einer bestimmten Vertriebsgesellschaft vorzulegen. Im Gegenzug dazu garantiert der Vertrieb bestimmte Mindesteinkäufe. Der Produzent gewinnt dabei eine gewisse Sicherheit, dass zumindest Teile der Produktion sicher in einen Vertrieb geraten; umgekehrt erwirbt der Verleih ein Vorkaufsrecht für Produktionen, ohne sich auf die Abnahme der Gesamtproduktion festlegen zu müssen.
First-Look-Vereinbarungen gibt es auch zwischen Produktionsfirmen. So hat die den Schauspielern Ben Affleck und Matt Damon und dem Produzenten gehörende Firma LivePlanet, die Neuproduktionen von Spielfilmen, aber auch die Entwicklung integrierter Medien (eine Kombination aus traditionellen Medien, neuen Medien und Live-Performance) betreibt, seit 1999 eine langjährige First-Look-Vereinbarung mit Harvey und Bob Weinsteins Produktionsfirma Miramax Films, um Projekte zu entwickeln und zu produzieren.
Üblich sind zudem First-Look-Vereinbarungen zwischen Drehbuchautoren und Filmstudios, bei denen der Autor den Studios das Recht zur vorgängigen Sichtung seines Textes einräumt und einen finanziellen Ausgleich auch für diejenigen Fälle erhält, in denen die Vorlage abgelehnt wird (first refusal). 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH LK


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