Lexikon der Filmbegriffe

Movietone

Movietone (Fox Film Corp.) ist neben Vitaphone (Warner Bros.) und Photophone (RCA) eines der Tonsysteme, das in den 1920ern in den USA entstand. Es basiert auf einer 1924 von Freeman Harrison Owens entwickelten Kamera, die nicht nur Bildinformationen, sondern auch eine eigene Lichttonspur bei der gleichen Aufnahme belichten konnte. Technisch wird dieses durch eine gasgefüllte Röhre ermöglicht, das, wenn es durch Schalldruckwellen in Bewegung gerät, eine Modulation des Lichts verursacht, die aufgezeichnet werden kann. Auch die Vorarbeiten von Lee DeForests Phonofilm-Verfahren gingen in Movietone ein, weil Fox die Patente von Theodore Willard Case, der die Patente besaß, am 23.7.1926 kaufte. Case und Earl I. Sponable perfektionierten das System seit 1925 in den Case Research Lab. in Auburn (New York), was 1926 zur Modifikation einer Bell&Howell-Kamera führte. Fox besaß eine Reihe von US-Rechten an Lichttonverfahren (u.a. der deutschen Tri-Ergon); für das Movietone-Verfahren nutzte er aber ausschließlich die Ergebnisse der Case Labs. Man gründete sogar eine eigene Firma ( Fox-Case Movietone Company). Der erste Film im Movietone-System war F.W. Murnaus Sunrise (1927), der Musik, Toneffekte und wenige nichtsynchronisierte Worte enthielt. Die Fox-Studios produzierten alle ihre Filme bis 1931 im Movietone-System, obwohl die Qualität der anderen Verfahren deutlich besser war; das Nachrichtenmagazin Fox Movietone News nutzte es gar bis 1939, weil es ein äußerst kleines Equipment bei den Dreharbeiten verlangte.

Literatur: Bergstrom, Janet: Murnau, Movietone and Mussolini. In: Film History 17,2-3, 2005, S.187-204.

Referenzen:

Fox Movietone News


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


Zurück