Lexikon der Filmbegriffe

Nikkatsu

auch: Nikkatsu Corp.

Nikkatsu ist das älteste der großen japanischen Studios. Es wurde 1912 von vier Filmhändlern in Tokio – Yoshizawa, M-Pathé, Hukuhou-do und Yokota – als Nihon Katsudo Film gegründet; zu der später Nikkatsu genannten Firma gehörte das Mukojima-Studio, das sich auf die Herstellung von Shinpa-Filmen spezialisierte. 1918 produzierten die Studios – inzwischen war das Daishogun-Studio in Kyoto dazugekommen – annähernd 150 Filme. Erst in den 1930er Jahren wurden in den neuen Tamagawa-Studios in Tokio auch Gegenwartsfilme (gendai geki) produziert. Zwar brachte die Umstellung auf den Tonfilm die Firma in ernste Schwierigkeiten und ebenso die Umstellungen während der Kriegszeit, durch die Nikkatsu eine ganze Reihe von Produktionsstätten an Daiei abgeben musste, doch war das Studio Mitte der 1950er Jahre zu der alten Machtposition wieder aufgeschlossen. 1954 wurde das neue Hauptstudio in Chofu in der Nähe Tokios eröffnet. Von Beginn an umfasste die Firma auch Theaterketten (1918: 247 Kinos) und kontrollierte zeitweise (in den 1950er Jahren) zwei Drittel des japanischen Kinomarktes.
In den Finanzkrisen, die die japanische Filmindustrie in den frühen 1970er Jahren erschütterten, gab die Firma 1971 die unspezifische Produktion auf, konzentrierte sich ganz auf Softporno-Filme (pink-eiga). Immerhin konnten Regisseure wie Kumashiro Tatsumi, Ishii Takashi, Morita Yoshimitsu, Nakahara Shun, Takita Yojiro oder Kaneko Shusuke so ihre ersten Filme realisieren. Obwohl Nikkatsu einigermaßen im Markt präsent blieb, erklärte die Firma 1993 sich selbst für bankrott und begann eine radikale Reorganisation.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JH


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