Lexikon der Filmbegriffe

Toho / Toho Co., Ltd.

Die größte und bedeutendste Filmgesellschaft Japans ging aus dem im Dezember 1933 gegründeten Studio der P.C.L. (= Photo-Chemical Laboratories) hervor. Die spätere Toho wurde nach einer Reorganisation der PCL 1937 in Tokio als Zusammenschluss von PCL mit dem 1933 gegründeten Tonfilm-Studios J.O. (=Jenkins/Ozawa) und den Kinoketten der Firma Toho, die dem neuen Konzern den Namen gab, gegründet. Nicht nur mit Spielfilmen, sondern vor allem auch mit vielgerühmten Kultur- und Sachfilmen wuchs die Firma in der Kriegszeit zum größten japanischen Studio heran, wurde dann aber in harte Arbeitskämpfe verstrickt. Als Reaktion darauf verließen 1947 eine große Anzahl von Mitarbeitern, darunter diverse Stars und Regisseure, die die Mutterfirma und gründeten Shintoho (= Neue Toho). Viele kehrten im Lauf der nächsten Jahre zu Toho zurück, weil der ökonomische Erfolg des Studios attraktive Arbeitsmöglichkeiten eröffnete. Der Präsident Ichizo Kobayashi wagte Ende der 1940er Jahre den Sprung auf den internationalen Markt und konnte die Überraschungserfolge Shichinin no Samurai (Die sieben Samurai, 1954) von Akira Kurosawa und Gojira (Godzilla, 1954) von Inoshiro Honda verbuchen. Damit war Toho gleichzeitig mit intellektuell-anspruchsvollen Filmen und reiner Unterhaltungsware, die sich zu einem ganzen Genre des Monsterfilms auswuchs, auf dem internationalen Markt vertreten. Einen wesentlichen Anteil an diesem Erfolg der Toho hatte der Produzent Tomoyuki Tanaka, der sowohl das Werk Kurosawas und Mifunes als auch den Kaiju Eiga (= Monsterfilm) betreute. In den 1960er Jahren stieß Toho außerdem mit Superheldenserien wie Urotoroman (1967) auf den japanischen Fernsehmarkt vor. Heute hat sich Toho zu einem Unterhaltungs-Mischkonzern entwickelt, in dem die Filmproduktion nur noch untergeordnete Bedeutung hat.

Literatur: Kalat, David: A Critical History and Filmography of Tohós Godzilla Series. Jefferson, NC: McFarland 1997.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: JH


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