Lexikon der Filmbegriffe

Flimmereffekt

auch: Flickereffekt

Sinkt die Vorführgeschwindigkeit unter ein gewisses Maß, tritt der sogenannte Flimmer- oder Flickereffekt auf, weil dann die Frequenz unterschritten wird, oberhalb derer die Trägheit des Wahrnehmungssystems die einzeln projizierten Bilder zu einer Scheinbewegung synthetisiert. Abgesehen davon, dass der Experimentalfilm mit dem „Flickerfilm“ ein eigenes Genre entwickelt hat, in dem mittels des Bildflimmerns die Materialität des Films spürbar und diverse Wahrnehmungstäuschungen vorgeführt werden können (wechselnde Verhältnisse von „vorn und hinten“, Tiefe des Raumes etc.; vgl. Rectangle & rectangles, 1986, Pierre Hébert), gibt es auch eine Reihe von Experimenten in der Op-Art (wie z.B. in den kinetischen Experimenten Victor Vasarelys).

Literatur: Lederman, Susan J. / Nichols, Bill: Flicker and motion in film. In: The cinematic apparatus. Ed. by Teresa De Lauretis & Stephen Heath. New York: St. Martin's Press 1980. Repr. in: Nichols, Bill: Ideology and the image. Social representation in the cinema and other media. Bloomington, Ind.: Indiana University Press 1981, S. 293-301.


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: HJW


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