Lexikon der Filmbegriffe

Eidophor

engl.: eidophor screen; seltener: wide screen, giant screen; dt. manchmal: Vergrößerungsbildschirm, Großmonitor, Eidophor-Bildschirm, Großbildprojektor; aus dem Griech. = Bildträger

Eidophor ist der Pionier der Fernseh-Großbild-Projektionsverfahren, wurde vor allem bei Großveranstaltungen verwendet, um Redner, Musiker oder andere Bühnenakteure zu zeigen, kam aber auch bei Werbe- und Verkaufsvorführungen zum Einsatz. Der Name Eidophor bezeichnet einen Projektor, der mit Hilfe von drei sogenannten „Lichtventilen“ Farbfernsehbilder auf eine sehr große Leinwand projiziert. Bei dem Verfahren wird eine Ölschicht auf einem sphärischen Reflektor durch ein von einem Elektronenstrahl eingeschriebenes Ladungsmuster deformiert. Das Licht erfährt bei der Reflexion keine Abschwächung, sondern wird an jenen Stellen, an denen der Ölfilm deformiert ist, nur etwas in der Richtung geändert (phasenmoduliert). Vereinfacht gesagt: Lichtstrahlen, die am Reflektor nicht in ihrer Richtung geändert wurden, werden zur Lampe zurück reflektiert, jene, deren Richtung durch die deformierte Ölschicht geändert wurde, gelangen ins Projektionsobjektiv und führen zu einem entsprechenden Bildpunkt auf der Projektionswand. Die Eidophor-Technik spielt heute keine Rolle mehr, die letzten Anlagen wurden in den 1980er Jahren stillgelegt. Das Verfahren wurde 1939 erdacht; der Ingenieur Fritz Fischer entwickelte es in der Schweiz weiter, erste gelungene Projektionen werden 1943 berichtet. Den Durchbruch erlebte das System, als CBS es zum Einsatz auf Großveranstaltungen kaufte.

Literatur: Johannes, Heinrich: The history of the EIDOPHOR large screen television projector. Regensdorf/Zürich: Gretag 1989. – Yanczer, Peter: What is Eidophor? In: Radio and Television News, Aug. 1952.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: HJW


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