Lexikon der Filmbegriffe

house nut / house expense / house allowance / house floor

House nut und house expense sind Ausdrücke der amerikanischen Unterhaltungsindustrie (Theater und Film), die die wöchentlichen Kosten für Unterhalt und Betrieb eines Theaters oder Kinos in Bezug auf einen gezeigten Film bezeichnen.
Während mit house allowance ein vertraglich vereinbarter Prozentsatz am Umsatz (auf Wochenbasis) gemeint ist, bedeutet der Ausdruck house floor einen vorher festgelegten, nach Filmtyp und Wochenspieldauer gestaffelten Sicherheits-Minimalsatz, der dem Verleih als Gebühr zusteht und nicht unterschritten werden darf. Der seit den späten 1960er Jahren angewendete house floor beträgt üblicherweise zwischen 60% und 35%, bei Hollywoodproduktionen beginnt er bei 70%.
Ein gebräuchliches Vertragsmodell ist das „90/10 agreement“: Beträgt das Wocheneinspielergebnis $20.000 und liegen die Betriebskosten (house nut) bei $5.000, so werden die verbliebenen $15.000 im Verhältnis 90:10 aufgeteilt, d.h. $13.500 erhält der Verleih, $1.500 der Kinobetreiber. Beträgt der house floor in diesem Fall 60% (von $20.000, = $12.000), so gilt die 90/10-Vereinbarung, weil der Betrag von $13.500 um 7% über dem house floor liegt. Bei 70% (= $14.000) würden die Einnahmen des Kinobetreibers um $500 geschmälert, weil die 90/10-Vereinbarung dann nicht greift.
Literatur: Squire, Jason E. (ed.): The movie business book. 3rd ed., New York: Simon & Schuster 2004.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: LK


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