Lexikon der Filmbegriffe

Schmuggler

Figur insbesondere in Abenteuer- und Kriminalfilmen verschiedenster Ausprägung. Oft kreisen Schmugglerfilme um die Ausführung eines Coups, oder sie sind als historische Filme angelegt, und in diesen Fällen bieten vor allem Schmugglerschiffe einen exotisch-attraktiven Stoff, ähnlich dem Piratenfilm (der aber in der Regel leichtfüßiger inszeniert wird). Eine Reihe von Krimis thematisiert die Versuche der Polizei, Schmugglerringe und deren Hintermänner dingfest zu machen (z.B.The Switch, 1963, Peter Maxwell, oder Jackie Brown, 1997, Quentin Tarantino). Es finden sich auch Schmuggler-Komödien in der Tradition der Räubergeschichten (Gasparone, 1937, Georg Jacoby). Einen Stoffkreis besonderer Art bilden die Alkoholschmuggler-Geschichten, die in der Zeit der Prohibition spielen. Ein eigenes Motiv stellt schließlich der Tierschmuggel dar (man denke an Outbreak, 1995, Wolfgang Petersen, in dem der Überträger des Ebola-Virus ein geschmuggelter Makake war).
Im Unterschied dazu ist Rauschgiftschmuggel typischerweise in der Gegenwart angesiedelt, erfordert eine herbere Tonart und wird meist mit großer Härte, in Kriminalfilmen mit einem gelegentlich hohen Maß an Gewalt sowie vielfach mit dem Anspruch auf (pessimistische) Gesellschaftskritik dargestellt.
Erst im neuesten Kino tritt das Thema des Menschenschmuggels auf – in Filmen wie In This World (2002, Michael Winterbottom) wird eine oft scharfe Kritik an den Abschottungen zwischen den Industriestaaten und dem Rest der Welt geübt. Ältere Menschenschmuggel-Geschichten erzählen fast ausschließlich von Befreiungsaktionen aus totalitären Staaten. 


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: PB HJW


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