Lexikon der Filmbegriffe

Sketch

von engl. sketch = Skizze, Entwurf

Aus Theater, Kabarett und Varieté stammende isolierte Szene von kurzer Dauer und humoristischer Funktion, daher eine Minimalform von Komödie oder Satire. Typischerweise von geringem Komplexitätsgrad, beschränkt sich der Sketch auf einen Schauplatz, eine Aktion und eine Dialogabfolge, außerdem auf eine oder zwei, selten mehr als vier Figuren. Diese sind dem Publikum in der Regel bekannt: durch Typenhaftigkeit, Intertextualität oder leicht durchschaubare Verschlüsselung. Die charakteristische Ausprägung ist der „gespielte Witz“, ein knapper Dialog und/oder eine mimisch-gestisch markante, eventuell durch Slapstick-Elemente garnierte Handlung. Beides wird weniger ausgespielt als nur skizziert. Dabei besteht die Herausforderung im schnellen Erkennen von Figuren und Situationen zugunsten eines Höchstmaßes an komischer Überspitztheit – gleichgültig, ob der zugrundeliegende Humor zu trockener Lakonik oder unzimperlicher Drastik tendiert. Fast immer ist der Sketch Bestandteil eines längeren Programms, sei es eine ganze Nummernfolge von Sketches, sei es ein herkömmlicher Spielfilm, in den ein einzelner Sketch eingelassen ist (Beispiele: Der Theaterbesuch, 1934, Joe Stöckl; Die karierte Weste, 1936, Erich Engels). Heute ist der Sketch fast nur noch im Fernsehen zu finden und dominiert ein meist 30minütiges Format. Gerade in den Kurzformen hat sich eine eigene Kunstform herausgebildet (ablesbar z.B. an den Sketchen Loriots). 
 

Referenzen:


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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