Lexikon der Filmbegriffe

Spätwestern

Zu einem Zeitpunkt gedrehter Western, zu dem sich die Mythen und filmischen Formen altmodisch und verbraucht anfühlen und die bevorzugten Stars gealtert sind. Gerade diesen Sachverhalt thematisieren die Spätwestern oft selbst, indem sie ihre Protagonisten müde Helden spielen lassen, die in der modernen Welt nicht mehr zeitgemäß sind. The Man Who Shot Liberty Valance (John Ford, 1961), der neben Peckinpahs Ride the High Country (1961) wohl erste Spätwestern, erzählt seine Geschichte konsequent als melancholischen Flashback, zeigt, wie Wirklichkeit vom Mythos überlagert und verdrängt wird. Manche der Helden überleben, indem sie sich im Zirkus ausstellen (wie der Titelheld in Robert Altmans Buffalo Bill and the Indians, or Sitting Bull‘s History Lesson, 1976), andere bäumen sich ein letztes Mal auf und suchen dabei den Tod (wie die Titelhelden in Butch Cassidy and the Sundance Kid, 1968), wieder andere führen ein Leben in der Moderne, das radikal Wertvorstellungen des Westerners verpflichtet ist (wie der Show-Cowboy in Sidney Pollacks The Electric Horseman, 1979).


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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