Lexikon der Filmbegriffe

Überfallwestern

Älteste Spielart des Western (das berühmteste Beispiel: The Great Train Robbery, 1903, Edwin S. Porter). Die Überfälle richten sich auf Postkutschen, Banken, Poststationen, Züge, Viehtransporte u.ä.. Die Räuber müssen oft durch den persönlichen Einsatz eines Sheriffs dingfest gemacht werden (wie in Colorado Territory, 1949, Raoul Walsh). Oft stehen nicht die Opfer, sondern die Täter im Zentrum, die entweder durch Tollkühnheit und spielerische Kreativität oder als Rächer von Witwen und Waisen Sympathie beanspruchen (darin dem Robin-Hood-Stoff ähnlich; man denke an Butch Cassidy and the Sundance Kid, 1968). Diese letzte Variante findet sich besonders im Italowestern (wie in Once upon a Time in the West, 1968, Sergio Leone). Die Verwandtschaften des Überfallwestern zum Gangsterfilm sind groß – hier wie dort ist das Ausrauben von Banken und Eisenbahnen identitätsstiftend („We rob banks!“, gibt Clyde – in Bonnie and Clyde, 1967 – einmal lakonisch zu verstehen, als er gefragt wurde, was er beruflich mache). 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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