Lexikon der Filmbegriffe

Masala-Filme

engl.: masala movies; der Begriff Masala stammt aus der indischen Küche und bezeichnet eine Gewürzmischung aus vielen verschiedenen Aromen

Als Masala- oder auch Formula-Filme werden indische Filme v.a. der 1970er und 1980er Jahre bezeichnet, da sie Elemente mehrerer unterschiedlicher Genres enthalten. So sind die erfolgreichsten Filme dieser Zeit gleichzeitig Actionfilm, Melodrama, Komödie und  auf Grund der obligaten Song-and-Dance-Szenen – Musical. Der Begriff kam auch deshalb auf, weil es im indischen Film nach 1947 keine Genres im engeren Sinne gab und die Vermischung diverser Elemente eine der markantesten Eigenschaften des indischen Filmes ist. Zu einer Produktion von Genrefilmen kam es in Indien auch auf Grund der Produktionsweise nur kurzzeitig in den 1920er und 1930er Jahren. Nach der Unabhängigkeit 1947 dominierten unabhängige Produzenten, Studios hatten nur ein kurzes Leben. Die Bedingungen für eine gezielte und geplante Differenzierung der Filmproduktion waren somit nicht vorhanden. Vor 1947 entwickelten sich als eigenständige indische Genres in den 1920er Jahren Historical, Mythological und Stunt, in den 30er Jahren kamen Social, Muslim Social und Devotional dazu. Diese Genres finden sich heute nur mehr in Spurenelementen im indischen Kino.

Literatur: Dwyer, Rachel / Patel, Divia: Cinema India. The visual culture of Hindi film. London: Reaktion Books 2002. – Mishra, Vijay: Bollywood cinema. Temples of desire. New York [...]: Routledge 2002. – Virdi, Jyotika: The cinematic imagination. Indian popular films as social history. New Brunswick, NJ [...]: Rutgers University Press 2003.

Referenzen:

Bollywood

Hindi-Schinken

Indien: Genres des indischen Kinos

Masala-Blockbuster


Artikel zuletzt geändert am 16.10.2012


Verfasser: CT


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