Lexikon der Filmbegriffe

Minimalismus

engl.: minimal film

Als stilistisches Prinzip ist der Minimalismus ein Kennzeichen vor allem von Experimentalfilmen: Die Verwendung künstlerischer und technischer Eingriffe wird auf ein Minimum reduziert, so dass am Ende von einer Ästhetik des Minimalismus gesprochen werden kann, deren Funktion oft in einer bestimmten Art von Realismus liegt. Filme dieser Art haben die Tendenz, zum Beispiel Kamerabewegungen oder Schnitt weitgehend oder ganz zu vermeiden. Außerdem tritt der Filmemacher oder die Filmemacherin ganz in den Hintergrund und signalisiert im Film selbst so wenig Präsenz wie irgend möglich. Ähnlich wie in der Minimal Art  einer Tendenz in der amerikanischen Plastik und Malerei der 1960er Jahre  versuchen die Minimalisten, die Darstellung auf wenige formale Darstellungsmittel einzuschränken. Beispiele: Eat (USA 1963, Andy Warhol); La Vache qui rumine (Frankreich 1970, Georges Rey); Dirt & Venus (Österreich 1991, Dietmar Brehm).

Literatur: Meyer, James: Minimalism. Art and polemics in the sixties. New Haven [...]: Yale University Press 2001. Stemmrich, Gregor (Hrsg.): Minimal art, eine kritische Retrospektive. Dresden/Basel: Verlag der Kunst 1995.

Referenzen:

Minimalismus I: Experimentalfilm

Minimalismus II: Realismus


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: PB


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