Lexikon der Filmbegriffe

Shochiku

Shochiku wurde 1920 von den Zwillingsbrüdern Matsujiro Shirai und Takejiro Otani gegründet, die schon 1896 ein Kabuki-Theater ins Leben gerufen hatten. Im Kamata-Studio in Tokio entstanden unter dem Regisseur Kaoru Osanai vor allem Filme, die im japanischen Jetzt spielten (gendai-geki); erst nach dem Erdbeben von 1923 und dem Umzug der Firma nach Kyoto kamen Historienfilme (jidai-geki) dazu. 1936 wurde das neue Hauptstudio der Shochiku, das Ofuna-Studio in Kanagawa, dem Konzern angegliedert, dort entstanden zunächst vor allem Kamata-Filme. Nach dem Krieg produzierte Ofuna die berühmt gewordenen Filme im Kleinbürgermilieu (shoshimin eiga), deren wichtigster Regisseur – Yasujiro Ozu – für das Studio unter Vertrag stand. Andere bekannte Regisseure, die mit Shochiku arbeiteten, waren Yoji Yamada, der die Tora-San-Serie für das Studio inszenierte, und – bis in die 1950er – Kenji Mizoguchi. In den 1960ern formierte sich unter der Schirmherrschaft der Shochiku eine Gruppe junger Regisseure, die unter dem Rubrum „Shochiku Nouvelle Vague“ weltberühmt wurde; zu den Autoren gehörten Nagisa Oshima und Yoshishige Yoshida. Shochiku war das größte und erfolgreichste der japanischen Major-Studios. Heute bildet Shochiku einen hochintegrierten Medienkonzern, zu dem neben den Studios in Kanagawa Theaterketten, Videoläden und andere Unterhaltungsetablissements gehören. Schon früh hatte Shochiku Filme westlicher, v.a. amerikanischer Herkunft durch die Tochterfirma Fuji Pictures nach Japan importiert; 1983 fusionierten Shochiku und Fuji Pictures zu dem neuen Konzern Shochiku-Fuji


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JH


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