Lexikon der Filmbegriffe

Gemini-System

(1) Ein frühes Verfahren, eine Fernseh- mit einer Filmkamera zu koppeln, war das Gemini-System. Dabei nahmen beide Kameras das Geschehen durch die gleiche Optik auf. Der Vorteil war, dass man einerseits (bei ausschließlicher Fernsehnutzung) das Material elektronisch bearbeiten und schneiden konnte, andererseits für andere Auswertungen auf das brillantere 16mm-Material zurückgreifen konnte. Das Verfahren war Ende der 1960er Jahre bei der Aufzeichnung von Fernsehfilmen weit verbreitet, verlor aber in den frühen 70ern seine Bedeutung, als andere Verfahren, Videoaufnahmen auf Film zu übertragen, aufkamen.
(2) In den 1980er Jahren entstand das NTSC-basierte Gemini-System, mittels dessen auf Video aufgezeichnete Hintergründe digitalisiert und in dieser Form in das Filmbild eingebracht wurden – vor allem, um weichgezeichnete Hintergründe zu erzeugen. Das Gemini-System wurde bis in die 1990er Jahre hinein in Werbefilmen und Musikvideos, die im Fernsehen liefen, angewendet. Es sind auch Versuche bekannt geworden, es im Nachrichtenfilm einzusetzen – auch hier sind die Ergebnisse für die geringe Bildqualität des Fernsehens akzeptabel. 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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