Lexikon der Filmbegriffe

mirroring

manchmal auch: symmetry (of plot lines); von engl. mirror = Spiegel

Wenn ein Film gleichzeitig zwei verschiedene Handlungslinien erzählt, die einander spiegeln, die sich wiederholen, in manchen Punkten aber auch voneinander abweichen, spricht man in der Drehbuchliteratur manchmal von mirroring. Das wohl berühmteste Beispiel ist The French Lieutenant‘s Woman (1981, Karel Reisz), der eine Liebesgeschichte zwischen zwei Schauspielern erzählt, die eine ganz ähnliche, in Details aber abweichende amour fou in dem Film spielen, an dem sie gerade arbeiten. Es ist gerade die Beziehung zwischen Wiederholung und Variation, in der sich die Differenz der Handlungswelten niederschlagen kann.
Ein neueres Beispiel, dessen drei Teilgeschichten in den 1920ern, den 1950ern und in der Jetztzeit spielen, ist The Hours (2002, Stephen Daldry) – die erste erzählt die Geschichte der Schriftstellerin Virginia Woolf während der Arbeit an ihrem letzten Roman; die Heldinnen der beiden anderen Zeitstufen sind Leserinnen des Romans, die sich zutiefst mit diesem identifizieren. Die Art aber, wie Wunschenergien ausgedrückt werden können, wie deren Unterdrückung geschieht, wie mit Erfahrungen umgegangen wird, unterscheiden sich scharf voneinander.

Referenzen:

Abimisierung

multiple Diegese

Parallelhandlung


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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