Lexikon der Filmbegriffe

Astoria Studio / Kaufman Astoria Studio (KAS)

Das heutige Kaufman-Astoria-Studio in New York wurde am 20.9.1920 als Studio der Famous Players/Lasky (später Paramount) eingeweiht. Mehr als 100 Stummfilme – darunter die Paramount-Filme D.W. Griffiths sowie eine ganze Reihe von Filmen mit Gloria Swanson – entstanden hier. 1925 wurde die Paramount Acting School gegründet, die unmittelbar in das Studio integriert war. 1927 war das Studio für kurze Zeit geschlossen, eröffnete als Tonstudio aber im gleichen Jahr wieder – und Filme wie Glorifying the American Girl (1929) oder Applause (1929) zeugten von der Qualität der Tonbühne. In den 1930er Jahren wurden die Studios zunehmend für unabhängige Produktionen (wie The Emperor Jones, 1933) geöffnet. 1940 übernahm das Kriegsministerium Astoria, das in Army Pictorial Center (resp. Signal Corps Pictorial Center) umbenannt wurde. Regisseure wie Frank Capra, George Cukor oder John Huston arbeiteten hier, und hier entstand das Army-Navy Screen Magazine. Die US-Armee nutzte die Studios zur Lehr- und Werbefilmproduktion bis 1970 weiter, seit 1946 konnte man sie aber als Studios für Produktionen mieten.
1976 übernahm eine Stiftung – die Astoria Motion Picture and Television Center Foundation – die Verantwortung für die Studios. Thieves (1977) wurde der erste kommerzielle Film, der im Astoria nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Das größte Studio, das in den USA östlich von Hollywood arbeitet, wurde von den Ostküsten-Produzenten schnell angenommen und realisierte Filme wie Hair (1979), All That Jazz (1979) oder The World According to Garp (1982). Dem Studio war lange ein Kino assoziiert, das heute in das 1988 gegründete und ebenfalls den Studios angegliederte American Museum of the Moving Image integriert ist und das nach wie vor klassische und wichtige neue Filme zeigt. 1982 wurde das Studio George S. Kaufman gewidmet und nennt sich seitdem Kaufman Astoriy Studio (KAS).

Literatur: Koszarski, Richard: The Astoria Studio and Its Fabulous Films. New York: Dover 1983. – http://www.kaufmanastoria.com/.
 

Referenzen:

American Museum of the Moving Image (AMMI)


Artikel zuletzt geändert am 02.03.2012


Verfasser: JH


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