Lexikon der Filmbegriffe

Bombay Talkies

Indisches Filmstudio, 1934 von Himansu Rai gegründet. In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war Bombay Talkies eines der größten Studios des Subkontinents. Es hatte eigene Hausregisseure, der Star des Studios war Devika Rani, zu den Autoren zählte u.a. Niranjan Pal. Das technische Team kam aus Europa, darunter auch der spätere Regisseur Franz Osten.
Die Geschichte des Studios wird in drei große Phasen eingeteilt: (1) Die erste war die Rai-Osten Ära, die Filme wie Achhut Kanya (1936) und Kangan (1939) hervorbrachte. Diese Phase endete mit Ostens Verhaftung im Zweiten Weltkrieg aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Nazipartei. Rai starb 1940. (2) In der zweiten Phase teilte Devika Rani das Studio in zwei Produktionsgruppen. Die eine wurde von Amiya Chakravarty, die andere von S. Mukherjee und Rai Bahadur Chunilal geführt. Die zweite Gruppe verließ später Bombay Talkies und gründete 1942 „Filmistan“. Zu den wichtigsten Filmen dieser Zeit gehören etwa Jwar Bhata (1944) mit Dilip Kumar oder Kismet (1943). (3) Die dritte Phase begann 1947 als der Schauspieler Ashok Kumar, der zu Filmistan gewechselt war, wieder zurückkam und Bombay Talkies übernahm. In diese Zeit fallen die frühen Filme des Schauspielers Dev Anand sowie Filme von Bimal Roy, Nitin Bose und Phani Majumdar. In den frühen 1950er Jahren ging es mit dem Studio schließlich zu Ende. Baadbaan (1954) war der letzte Film des Studios.

Literatur: Rajadhyaksha, Ashish / Willemen, Paul: Encyclopedia of Indian Cinema. 2nd ed. New Delhi: Oxford University Press 2002.


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: CT


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