Lexikon der Filmbegriffe

Intermedium

so viel wie: Zwischenspiel, Intermezzo

Intermedien sind programmartige Einschübe in umfangreichere dramatische Darbietungen. Im antiken Theater füllte noch der Chor die Pause aus, später waren es Tänze, Musik, Lieder oder dergleichen. Im höfischen Theater erreichen die Intermedien als Ballett-Nummern, Aufzüge, Kampfspiele usw. einen größeren Umfang und Eigenwert. Intermedien kamen ursprünglich innerhalb der einzelnen Akte des Dramas vor, wurden in der Renaissance-Zeit aber zunehmend ans Ende verlegt. Es entstand ein aus den Kanzonen, Chören und Tänzen der Intermedien zusammengesetztes Drama im Drama. Intermedien waren oft besonders prächtig ausgestattet und waren so beliebt und verbreitet, dass sie die eigentlichen Unterhaltungsprogramme oft in den Schatten stellten. Bald wurden lose gefügte Szenen der Intermedien zu einer Handlung zusammengeschlossen. Sie bekamen Eigenberechtigung und wurden zu Vorläufern der Oper. Damit endet die Zeit der Intermedien – programmartige Formen des Unterhaltungsangebots bilden sich erst wieder im 18. Jahrhundert heraus und fanden dann als populäres Musik-, Theater-, Variété- und Unterhaltungsangebot ein breites Publikum.

Literatur: Mautz, Susanne: „Al decoro dell'opera ed al gusto dell'auditore". Intermedien im italienischen Theater der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Berlin: Logos-Vlg. 2003. – Niggestich-Kretzmann, Gunhild: Die Intermezzi des italienischen Renaissancetheaters. Diss. Göttingen 1968. – Troy, Charles E.: The comic intermezzo. A study in the history of the eighteenth-century Italian opera. Ann Arbor, Mich.: UMI Research Press 1979.

Referenzen:

Extravaganza


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: JH


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