Lexikon der Filmbegriffe

Kodachrome

Das erste Kodachrome-Verfahren für die fotografische Wiedergabe von Bildern in Farbe wurde im Jahre 1915 von dem Kodak-Wissenschaftler John Capstaff entwickelt. Es handelte sich um einen Zweischichten-Farbfilm, der nur Rot und Grün naturgetreu wiedergeben, aber mindestens die Hautfarben (von Weißen!) realistisch reproduzieren konnte. Am 15.4.1935 gab Eastman Kodak bekannt, sie hätten einen neuen 16mm-Farbfilm entwickelt, der im Umkehrverfahren echte Farben reproduziere. Die Wissenschaftler Leopold Mannes und Leopold Godowsky hatten zehn Jahre an die Entwicklung gearbeitet. Die Farbstoffe wurden in fünf verschiedenen Schichten in die Emulsion eingebettet, wobei die Entwicklung 28 verschiedene Arbeitsvorgänge benötigte. Im April 1936 konnte Kodak dann einen Kodachromefilm für Kunstlichtaufnahmen einführen, im Jahre 1938 gefolgt von einem 8mm-Film. Im Jahre 1936 kam auch der erste 35mm-Farbdiafilm unter den Namen Kodachrome auf den Markt, der gleichfalls als Umkehrfilm benutzt werden konnte. Im Jahre 1961 wurde Kodachrome II herausgebracht, die erste techniche Erneuerung des Verfahrens seit seiner Einführung. Kodachrome II-Filme, die heute noch produziert werden, waren lichtempfindlicher, weniger grobkörnig und kontrastärmer als das ältere Material. 

Literatur: Kattelle, Alan: Home Movies. A History of the American Industry, 1897-1979. Nashua: Transition Publishing 2000, S. 184ff.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: JCH


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