Lexikon der Filmbegriffe

Palladium

Die dänische Filmproduktion Palladium (auch: Palladium Film) wurde 1921 von dem Produzenten Svend Nielsen gegründet. Der Regisseur Lau Lauridsen, der bis zu ihrem Zusammenbruch bei der Svensk Palladium unter Vertrag gewesen war, wurde der erste künstlerische Direktor. Er erfand noch 1921 das Komikerpaar „Fyrtaarnet og Bivognen“ („Fy og Bi“) (wörtlich: Leuchtturm und Anhänger; in Deutschland bekannt als „Pat und Patachon“), gespielt von Carl Schenstrøm und Harald Madsen. Die Farcen des Duos wurden international sehr erfolgreich. Zu den gelungensten gehören Vester Vov Vov (Pat und Patachon am Nordseestrand, 1927) und der in Spanien aufgenommene Don Quixote (1925). Der letzte Film mit den beiden entstand 1940. Palladium engagierte von Beginn an andere dänische Regisseure, unter ihnen Carl Theodor Dreyer, dessen intimes Familiendrama Du skal ære din Hustru (Du sollst dein Weib ehren, 1925) von Palladium produziert wurde. Zu den Vertragsregisseuren gehörte auch Urban Gad.
Mit Beginn der Tonfilm-Zeit brach die internationale Vermarktung dänischen Films mehr oder weniger zusammen, die einheimischen Studios konzentrierten sich auf die Produktion von Filmen für den rein dänischen Markt. Unter den Nachkriegsproduktionen waren aber auch ambitionierte Projekte wie die Filme Dreyers, die sogar während der Kriegszeit realisiert werden konnten (Dies Irae, 1943; Ordet, 1954; Gertrud, 1964). Die Palladium-Studios in Hellerup waren dennoch recht gut ausgelastet. Erst die Kinokrise in den 1960er Jahren führte 1970 zum finanziellen Zusammenbruch – die Firma wurde aufgelöst. 


Artikel zuletzt geändert am 24.07.2011


Verfasser: JH


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