Lexikon der Filmbegriffe

Doordarshan

Öffentliches Fernsehen Indiens. Fernsehen wurde in Indien zunächst 1959 eingeführt, war aber auf eine halbe Stunde Programm pro Woche und einen Sendebereich von 40 km rund um Delhi beschränkt. Seit 1965 sendet Doordarshan täglich. 1972 wurden Sender in Bombay, dann in Srinagar, Calcutta und Madras errichtet. Farbfernsehen wurde zur Übertragung der Asian Games 1982 eingeführt. 1977 wurde Werbung erlaubt, Doordashan wurde allerdings erst 1982 kommerziell. Die kommerziellen Sendungen des Senders basieren zumeist auf Filmen. Die bekanntesten und erfolgreichsten Miniserien des Senders sind die Verfilmungen der beiden großen Epen Indiens, Ramayan (1986-88, R: Ramanand Sagar) und Mahabharat (1988-90). Doordarshan hatte lange Zeit nicht nur ein Monopol auf Werbung, sondern auch auf Nachrichten und stellte nicht nur deshalb einen wichtigen politischen Faktor dar.
Doordashan begann 1988, gemeinsam mit dem „National Film Development Corporation“ Filme zu finanzieren. (Ähnlich dem Film-Fernseh-Abkommen in Deutschland und Österreich.) In der Folge wurden u.a. Filme von Aravindan. Adoor Gopalalkrishnan, Girish Kasaravalli, Mira Nair und Mani Kaul koproduziert. Diese Filme wurden zumeist in einer Spätnacht-Programmschiene gezeigt.
1992/93 forderte der Kabelsender STAR-TV von Hong Kong aus das Monopol Doordarshans heraus. Satelliten-Sender in Englisch und Hindi begannen zu boomen. 1995 erklärte ein indisches Gericht die Luft (Air Waves) für öffentliches Eigentum und gab somit die Betreibung von Satelliten-Sendern offiziell frei. Doordarshan regagierte auf die kommerziellen Herausforderer mit der Errichtung neuer Kanäle, den kommerziellen „Metro“ (1993) und „DD-3“ (1995), sowie zahlreiche neue regionale Kanäle. 

Literatur: Chatterji, P.C.: Broadcasting in India. 2. Aufl. New Dehli: Sage 1991. – Gupta, Nilanjana: Switching Channels: ideologies of television in India. New Dehli: Oxford University Press 1998. – Saksena, Gopal: Television in India: changes and challenges. New Delhi: Vikas Publishing 1996.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: CT


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