Lexikon der Filmbegriffe

Sampling

Beim stratified sampling wird die Grundgesamtheit nach einem oder mehreren relevanten Merkmalen beschrieben, so dass „typische Vertreter“ ausgemacht werden können, die durch Zufallsauswahl zu einem Sample zusammengestellt werden. Nach diesem Verfahren arbeitet z.B. die Fischer Filmgeschichte, die Werner Faulstich und Helmut Korte herausgegeben haben: Das Sample der 100 Filme, die in der Chronologie angeordnet sind, soll eine „begründete Auswahl [...] aus dem Totum aller Filme“ sein, wobei „Erfolg“, „Einfluss“ und „Typikalität“ die Kriterien abgeben, die ein Film erfüllen muss, der in das Korpus aufgenommen werden kann.
Neben dem stratified sampling gibt es die – verbreitetere und aus der Statistik bekannte – Technik der Zufallsstichprobe (random sampling): Aus einem Gesamtensemble wird durch Zufallswahl ein ausreichend großes Sample gewählt, das das Gesamt einigermaßen angemessen repräsentieren (also: in seinen wesentlichen Qualitäten wiedergeben) kann.
Erwähnt sei schließlich die Technik der systematischen Stichprobe (systematic sampling): Dabei wird ein erstes Element einer Grundgesamtheit willkürlich gewählt, alle anderen in einer festgelegten Folge. Gesetzt, ein Gesamtverzeichnis aller Filme, die in Deutschland seit 1945 gedreht worden sind, läge vor (ob im Alphabet der Titel oder in ihrer Chronologie, ist gleichgültig); unter den ersten zehn Filmen wird willkürlich einer bestimmt, sodann wird jeder zwölfte Eintrag der Liste als Element des Samples festgehalten; auf diese Weise entsteht eine Auswahl, die – bei ausreichend großer Grundgesamtheit – für „repräsentativ“ gelten kann.
Eine eigene Methode ist schließlich die „Klumpenauswahl“ (cluster sampling), bei der in der Grundgesamtheit Gruppen gebildet werden; so könnte man alle Filme eines jeweiligen Studios als Gruppe ausmachen und in der Stichprobe darauf achten, dass die Gruppe ausreichend repräsentativ vertreten ist. 


Artikel zuletzt geändert am 19.07.2011


Verfasser: JH


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