Lexikon der Filmbegriffe

Automatisierung

Adaption von Herbert Spencers Prinzip der „Ökonomie der geistigen Kräfte". Dient im Formalismus zur Beschreibung der Ökonomisierung und Stereotypisierung künstlerischer Formen. Mit Blick auf die Evolution der Kunst bezeichnet Automatisierung die Ausbreitung, Verfestigung und Kanonisierung eines Stilphänomens (Epigonentum). In der formalistischen Sicht der Kunst als Kampf, Ablösung und Verschiebung (anstelle von Vervollkommnung und Differenzierung) ist der Prozess der Automatisierung Voraussetzung, um eine hinreichend feste Norm zu schaffen, von der sich die folgenden Richtungen absetzen können. Automatisierung ist, zumal in der Filmkunst, Voraussetzung zur Herausbildung spezifischer narrativer Muster und Gattungsnormen und fungiert gleichsam als Trampolin für die Evolution künstlerischer Formen. 


Artikel zuletzt geändert am 15.07.2011


Verfasser: WB


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