Lexikon der Filmbegriffe

Faktur

von lat. factura = das Tun; gemeinhin als Struktur, Aufbau oder Werkprinzip einer Komposition

Im formalistischen Konzept der Kunst ist Faktur ein Schlüsselbegriff der literarischen und bildkünstlerischen Avantgarde und bezeichnet die autonome Ästhetik sensorischer Qualitäten und materialer Spuren. Fakturen wirken als Verfremdung transparenter Inhaltlichkeit, als Erschwerung der Wahrnehmung und Entblößung des Gemachtseins von Kunst. In der Übertragung auf den Film büßt der Begriff Faktur seine produktionsästhetische materielle Fundierung ein. Kazanskij aktualisiert den Begriff einer immateriellen Faktur als sensuelles Formempfinden: denn das „Material des Films: Licht und Schatten – ist körperlos, immateriell, ungreifbar.“ Für den Film ist somit eine rezeptionsästhetische Faktur als sensorische Qualität der Filmform charakteristisch.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: WB


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