Lexikon der Filmbegriffe

SECAM und PAL

SECAM (Séquentiel Couleur à Mémoire) wurde anfänglich von Henri de France von 1958 bis 1960 entwickelt. Die Patentrechte wurden dann von Maurice Ponte erworben, dem Präsidenten der Compagnie Télégraphie Sans Fils (CSF). Für die Entwicklung und Verwertung von SECAM gründete Ponte die Compagnie de Télévision (CFT), an der sich dann die französische Regierung als Gesellschafter beteiligte.
Die französische Regierung war in den 1950er Jahren mit dem Aufbau einer eigenen Computerindustrie gescheitert, weil sie sich gegen IBM nicht durchsetzen konnte. Nun wollte die Regierung aus nationalökonomischen Gründen den Ausbau der Fernseh-Industrie betreiben, um den Inlandsmarkt zu bedienen und dem amerikanischen Einfluss zu begegnen. Insbesondere sollte SECAM europäische Norm werden. Industriepolitische und protektionistische Maßnahmen folgten – das amerikanische NTSC wurde als „schlechter“ dargestellt. Bei der europäischen Industrie wurden Partner und Verbündete gesucht. Auf politischer Ebene wurden Vereinbarungen angestrebt.
Bis ca. 1960 war einer der Partner der CFT die bundesdeutsche AEG-Telefunken. Als keine Einigung über die Lizenzgebühren zustande kam, änderte Telefunken die Strategie. Walter Bruch (AEG-Telefunken) meldete am 31.12.1962 ein eigenes Patent an – PAL (Phase Alternation Line). Damit war ein drittes System als mögliche europäische Lösung im Rennen.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JH


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